Kardiologe Praxis Münster

Information über verschiedene Krankheitsbilder

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AUSWAHL AN KRANKHEITSBILDERN

Gesundheit ist das höchste Gut. Diese Gesundheitsinformationen sollen einen Beitrag leisten, um Ihr Gesundheitswissen zu verbessern, damit Sie  Antworten auf Fragen zur Gesundheit  finden, die Ihrer eigenen Lebenssituation und auch Ihren eigenen Wertvorstellungen entsprechen.

Entscheidungen in der Medizin zu Diagnostik und Therapie sollten immer auf der Grundlage einer inividuellen Nutzen-Risiko Abwägung erfolgen. Durch medizinische Entscheidungsbeteiligung finden Ihre persönlichen Begleitumstände dann bessere Berücksichtigung.

Die untenstehenden Themen werden ständig erneuert und ergänzt.

BLUTHOCHDRUCK

 

Bluthochdruck ist der Risikofaktor Nummer Eins für den Schlaganfall. Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga haben in Deutschland 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck mit Druckwerten über 140/90 mm Hg. Bis zum 44. Lebensjahr sind es 11% der Bevölkerung. Ab dem 65. Lebensjahr bei Frauen 29% und bei Männern 33%. 
 
Zunehmend leiden junge Menschen mit Übergewicht, Bewegungsmangel und Stress unter einem zu hohen Blutdruck. Da der Bluthochdruck kaum Beschwerden verursacht, wissen viele Menschen nicht, dass ihre Blutdruckwerte zu hoch sind. Häufig handelt es sich bei der Diagnose Bluthochdruck um einen Zufallsbefund.

Jeder sollte seinen Blutdruck kennen. Im Zweifelsfall sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Der normale Blutdruck liegt bei 135/85 mm Hg, idealerweise bei 120/80 mm Hg. Wenn nach den Ursachen gesucht wird, findet man häufig keine organische Ursache, dieser Blutdruck wird auch primärer Bluthochdruck genannt. Diese Hochdruckform ist durch Lebensstiländerung häufig gut zu beeinflussen. Zuverlässig abgeklärt werden kann eine Hochdruckerkrankung durch eine 24-stündige Blutdruckaufzeichnung.

Risikofaktoren für einen Hochdruck sind:

  • Übergewicht

  • Rauchen

  • Stress

  • Familiäre Belastung

  • Alkoholkonsum

  • Übermäßige Salzzufuhr


Da unser Gefäßsystem nicht für hohe Blutdruckwerte ausgelegt ist, kommt es am Gefäßsystem zu Veränderungen wie Herzmuskelverdickung, Verdickungen der Gefäßwand mit Umbauvorgängen, die einen arteriosklerotischen Prozess in Gang setzen. Besonders gefährdet sind Nierenarterien, Herzkranzarterien, Augenarterien und die Arterien des Gehirns. Folgen dieser Entwicklung sind Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche, Nachlassen der Nierenfunktion, Herzrhythmusstörungen, Erhöhung des Augeninnendruckes, Schädigungen der Sehnerven, Nachlassen der Hirnleistung und Schlaganfall. Die Behandlung konzentriert sich auf medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen.

Liegt eine organische Erkrankung vor, spricht man von einem sekundären Bluthochdruck. Ein sekundärer Hochdruck kommt in ca. 10% der Fälle vor. Er ist zurückzuführen auf Störungen der Nebennierenhormone oder der Schilddrüsenhormone, auf Nierenarterienverengung, auf ein Schlaf-Apnoe-Syndrom, auf falsche Medikamenteneinnahme oder auf eine Verengung der Hauptschlagader im Brustbereich. Auch der Hochdruck in der Schwangerschaft zählt zu den sekundären Hochdruckformen. Häufig handelt es sich in der Schwangerschaft um Erkrankungen der Niere, der Nebenniere oder der Schilddrüse.

Der Blutdruck sollte in jeder Altersstufe von Zeit zu Zeit kontrolliert werden. Gemessen werden sollte der Blutdruck nach einer Ruhepause von 5 Minuten, dann mehrere Male hintereinander und an beiden Armen. Ebenfalls zu empfehlen ist die Durchführung einer jährlichen Herz-Kreislauf-Vorsorgeuntersuchung.

HERZINFARKT

 

Beim Herzinfarkt kommt es zu einer plötzlichen Verstopfung in einem Herzkranzgefäß – ein Teil des Herzmuskels stirbt ab. Der Infarkt, der mit steigendem Lebensalter immer häufiger auftritt, ist stets ein medizinischer Notfall: Eine umgehende Therapie kann den Schaden am Herzen begrenzen.

Als Herzinfarkt oder auch Myokardinfarkt wird das Absterben von Herzmuskelgewebe durch einen plötzlichen Durchblutungsmangel bezeichnet. Unmittelbare Ursache ist dabei in aller Regel ein verengtes und durch ein Blutgerinnsel meist zusätzlich verstopftes Herzkranzgefäß – die Muskelzellen bekommen dadurch nicht mehr genügend Sauerstoff. Als Vorstufe geht dem Herzinfarkt fast immer eine Koronare Herzkrankheit voraus. Der akute Infarkt ist stets ein medizinischer Notfall und häufig lebensbedrohlich. Nicht selten verursacht ein Herzinfarkt gefährliche Herzrhythmusstörungen, sodass circa ein Drittel der Patienten in der Häuslichkeit verstirbt noch bevor der Notarzt alarmiert werden kann.

Was sind die wichtigsten Symptome?

Je nach Lokalisation des Infarkts im Herzen (z. B. Vorderwand- oder Hinterwandinfarkt), aber auch in Abhängigkeit vom Geschlecht, können die Infarktsymptome variieren. Der oft als typisch beschriebene heftige Brustschmerz mit Ausstrahlung in den Arm kann – insbesondere bei Frauen – ganz fehlen. Auch verursachen manche Infarkte nur geringe oder gar keine Krankheitszeichen („stumme“ Infarkte).

In vielen Fällen jedoch ist der Herzinfarkt ein dramatisches Ereignis. Er tritt nicht selten in den frühen Morgenstunden auf und kann sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

  • heftige Brustschmerzen, die viele Minuten anhalten und mitunter in den linken Arm, den Hals, Unterkiefer, Bauch oder Rücken ausstrahlen

  • Unruhegefühl bis hin zu Todesangst

  • Schweißausbruch (kalter Schweiß) und Blässe

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Atemnot

  • Herzrhythmusstörungen

SCHLAGANFALL

 

Das Leben wird durch einen Schlaganfall innerhalb kurzer Zeit schlagartig verändert. In Deutschland erleiden jährlich etwa 200 000 Menschen einen Schlaganfall. Der Schlaganfall ist ein absoluter Notfall und sollte sofort mit dem Notarzt auf eine Stroke-Unit verlegt werden. In einem gewissen Zeitfenster besteht dort die Möglichkeit, einen Auflöseversuch durchzuführen. Die Blutgerinnsel lassen sich nicht immer vollständig auflösen, bei dieser Patientengruppe kann eine Thrombektomie durchgeführt werden.

 

Einen Schlaganfall erkennt man an:

  • Einseitigen Lähmungserscheinungen im Arm oder Bein

  • Hängendem Mundwinkel

  • Sehstörungen

  • Sprachstörungen

  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen

  • Starken Kopfschmerzen


Ein Schlaganfall wird entweder durch eine Gefäßverstopfung hervorgerufen oder durch eine Blutung im Gehirn. Häufigste Ursache ist ein Bluthochdruck, eine Arteriosklerose oder Herzrhythmusstörungen, wie z. B. Vorhofflimmern. Durch einen Schlaganfall wird die Sauerstoffversorgung des Gehirns unterbrochen und es kommt zum Absterben von Hirngewebe. Die Gefäßverstopfung kann durch eine arteriosklerotische Verengung einer Gehirnarterie oder durch eine Embolie hervorgerufen werden.

 

Besondere Risikofaktoren sind:

  • Alter

  • Herzrhythmusstörungen

  • Herzklappenerkrankungen

  • Bluthochdruck

  • Diabetes mellitus

  • Fettstoffwechselstörung

  • Rauchen

  • Alkoholkonsum

  • Migräne

VORHOFFLIMMERN

 

Aufgrund der demographischen Entwicklung mit steigendem Alter der Bevölkerung nimmt das Risiko für Herzkrankheiten erheblich zu, sodass in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen ist. Allein bei der häufigsten Rhythmusstörung, dem Vorhofflimmern, ist bis 2050 mit einer Verdopplung der Erkrankungen zu rechnen. Vorhofflimmern kommt mit einer Häufigkeit von ca. 2% in der Gesamtbevölkerung vor und steigt bei 80-Jährigen auf 15%.

Vorhofflimmern ist zwar keine lebensbedrohliche Erkrankung, kann jedoch für den einzelnen Patienten sehr unangenehm in Erscheinung treten und plötzliches Herzrasen, Schwindelgefühl, Luftnot und Kreislaufkollaps verursachen. Vorhofflimmern birgt eine erhebliche Gefahr für einen Schlaganfall. Etwa 30% der Schlaganfälle sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. In bestimmten Bereichen des linken Vorhofes, Vorhofohr genannt, können sich Thromben bilden, die durch Ausschwemmung einen Hirninfarkt oder eine Embolie in anderen Bereichen auslösen können.

Um dieses zu verhindern, ist eine gerinnungshemmende medikamentöse Therapie notwendig. Der Einsatz gerinnungshemmender Mittel ist jedoch an bestimmte Kriterien gekoppelt. Therapeutisch kommen eine medikamentöse Therapie, eine elektrische Kardioversion, eine Katheterablation und ein Verschluss des linken Vorhofohres in Betracht. Das therapeutische Vorgehen wird anhand verschiedener Parameter entschieden und ist immer eine Einzelfallentscheidung.

 

Vorhofflimmern wird eingeteilt in:

  • paroxysmales Vorhofflimmern ( gelegentlich auftretend und innerhalb weniger Tage spontan verschwindend )

  • persistierendes Vorhofflimmern ( kann durch Medikamente und Elektroschock beendet werden )

  • permanentes Vorhofflimmern ( ständiges Vorhandensein wird akzeptiert )

HERZRHYTHMUSSTÖRUNGEN

 

Das Herz schlägt in einem gleichmäßigen Rhythmus - 60 bis 80 Mal im Ruhezustand. Taktgeber ist der Sinusknoten am rechten Herzvorhof. Man spricht deshalb auch von Sinusrhythmus. Regelmäßig weicht das Herz von diesem Rhythmus ab, ohne Auswirkungen.

Treten aber regelmäßig Herzrhythmusstörungen auf, sprechen die Patienten von einem „Herzstolpern“ oder Herzrasen. Neben seltenen angeborenen Störungen gibt es verschiedenartige erworbene Rhythmusstörungen, verursacht beispielsweise durch Bluthochdruck, als Folge einer Herzmuskelentzündung, einer Herzklappenerkrankung oder nach Herzinfarkt.

 

Die Symptome reichen von Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot über Angina pectoris oder Schwindel bis hin zu plötzlicher Bewusstlosigkeit. Vorhofflimmern ist die häufigste Rhythmusstörung des Herzens, in Deutschland leiden allein daran rund 800.000 Menschen.

HERZINSUFFIZIENZ

 

Die Herzschwäche, die sogenannte Herzinsuffizienz, ist weit verbreitet. In Deutschland leiden bis zu 2 Millionen Menschen daran, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt.

 

Bei einer Herzinsuffizienz ist es dem Herzmuskel nicht mehr möglich, seiner Hauptaufgabe, der Pumpfunktion, nachzukommen. Der gesamte Körperorganismus wird damit nur noch unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Vor allem bei einer Belastung kann es zu Versorgungsengpässen kommen. Leistungsschwäche und Luftnot bei geringen Belastungen wie Treppensteigen sind daher oftmals erste Anzeichen für eine Herzinsuffizienz. Bei weit fortgeschrittener Herzschwäche sind die Betroffenen bei nahezu jeder Alltagsaktivität eingeschränkt, es kommt zu gesteigerter Müdigkeit. Herzschwäche ist allerdings keine eigenständige Krankheit, sondern Folge anderer Herzerkrankungen. Sie kann zum Beispiel durch Herzinfarkt, Herzmuskelentzündungen, Bluthochdruck, Herzklappenerkrankungen, Vorhofflimmern oder angeborene Herzfehler ausgelöst werden.

 

Abhängig vom zeitlichen Verlauf werden die akute und die chronische Herzinsuffizienz unterschieden. Bei der akuten Herzinsuffizienz leiden Betroffene unter starken und plötzlich auftretenden Beschwerden wie Luftnot und einem Druckgefühl auf der Brust. Verschlechtert sich hingegen die Leistungsfähigkeit des Herzens über Monate oder Jahre, liegt eine chronische Herzinsuffizienz vor. Die anfänglichen Symptome wie Luftnot, Schwellungen an den Füßen und Beinen sowie Leistungsschwäche werden oft zunächst gar nicht wahrgenommen.

 

Neben dem zeitlichen Verlauf spielen Lokalisation (Rechtsherz-, Linksherz- und Globalinsuffizienz), Entstehungsmechanismus (diastolische und systolische Herzinsuffizienz) und je nach Beschwerden der Schweregrad eine Rolle für die Einteilung.

HERZMUSKELENTZÜNDUNG (MYOKARDITIS)

 

Bei der Myokarditis zeigt sich eine Entzündung des Herzmuskels. Ursache ist meist eine virale Infektion. Eine Myokarditis kann aber auch durch Bakterien, Pilze, Parasiten und andere Mikroorganismen ausgelöst werden. Weitere Ursachen für eine Myokarditis sind bestimmte Gifte wie Alkohol oder Schwermetalle, aber auch bestimmte Medikamente, insbesondere Chemotherapeutika. 

Im Verlauf der Erkrankung kann sich die Pumpfunktion des Herzens deutlich verschlechtern, bis hin zu einem akuten Herzversagen. Die Therapie umfasst herzentlastende Medikamente und körperliche Schonung. Selten bedarf es einer operativen Therapie oder gar einer Herztransplantation. 

Wichtigste Symptome:

  • Atemnot

  • Herzrasen

  • Brustschmerzen

  • Müdigkeit

  • Herzstolpern

  • Fieber

GEFÄßERKRANKUNGEN
 

Beispielhafte Gefäßerkrankungen: Verschleiß der Gefäßwände, Verkalkungen der arteriellen Gefäßwand, gestörte Durchblutung der Extremitäten und insuffiziente Venenklappen verursachen Gefäßerkrankungen wie Aortenaneurysma, Carotisstenose, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Krampfaderleiden.

Zu den Gefäßerkrankungen zählen das Aortenaneurysma, die Carotisstenose, die periphere arterielle Verschlusskrankheit und Krampfaderleiden.

Aussackungen der Hauptschlagader (Aortenaneurysma) gehen auf einen Verschleiß der Gefäßwände zurück und können zu einer starken Überdehnung bis hin zum Zerreißen der Hauptschlagader führen. Bei einer Carotisstenose handelt es sich um eine Verengung der Halsschlagader, die durch Verkalkungen der arteriellen Gefäßwand hervorgerufen wird und die Minderdurchblutung des Gehirns zur Folge habenkann. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit geht mit einer gestörten Durchblutung der Extremitäten einher. Krampfadern, auch Varizen oder Varikose genannt, sind eine der häufigsten Erkrankungen des Menschen. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit und Schwere der Erkrankung zu, so auch die Wahrscheinlichkeit der Ausbildung eines Geschwürs (Ulcus cruris venosum) als Zeichen eines weit fortgeschrittenen Stadiums.

Symptome

Während ein Aortenaneurysma oft lange Zeit keine Symptome verursachen, können sie bei starker Überdehnung zerreißen – mit lebensbedrohlichen Konsequenzen. Auch bei einer Carotisstenose verläuft die Erkrankung oftmals ohne Beschwerden und wird erst im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt. Typische Symptome für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit sind Schmerzen beim Gehen. Aufgrund ihrer Symptome wird diese Krankheit im Volksmund auch als „Raucherbein“ oder „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet. Schwere Beine, Schwellungsneigung in den Beinen und entzündliche Haut sind Symptome bei Krampfaderleiden.

AORTENINSUFFIZIENZ
 

Die Aorteninsuffizienz ist in der Regel eine Erkrankung des höheren Alters. Durch Alterungs- oder Entzündungsprozesse verliert diese Herzklappe, welche die linke Herzkammer von der Hauptschlagader (Aorta) trennt ihre Beweglichkeit. Sie stellt also eine Verengung der Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Hauptschlagader dar. Die Öffnungsbewegung der Klappe wird beeinträchtigt, der Blutfluss zwischen Herz und Körper wird erschwert.

 

Diese Mehrbelastung des Herzens führt im mehrjährigen Verlauf dieser Erkrankung zu Leistungseinschränkung und Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Die Aorteninsuffizienz kann abhängig vom Schweregrad mehrere Jahre symptomfrei verlaufen. Das Auftreten von Symptomen zeigt in der Regel die Notwendigkeit einer Behandlung an, da sich ab diesem Zeitpunkt die Prognose der Erkrankung und damit die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten verschlechtert.

Symptome

Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die sich durch Leistungseinschränkung sowie Luftnot bei Belastung bis zur Luftnot in Ruhe ausprägen kann.